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Premenstruelles Syndrom (pms)
Quelle: FFGZ und Military Obstetrics & Gynecology
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Nach wie vor gilt das prämenstruelle Syndrom (PMS) als mysteriöses Leiden – es gibt etliche Erklärungsansätze, aber keiner davon greift wirklich bzw. ist für alle Frauen gültig. PMS Beschwerden sind sehr subjektiv und hängen auch von den allgemeinen Befindlichkeiten ab. Die Symptome sind vielfältig und reichen von Kopfschmerzen, Wassereinlagerungen und Brustschmerzen bis zu Depressionen, Angstzuständen und verstärkten Aggressionen. Berühmt-
Allgemein ist, dass die Beschwerden nach dem Eisprung einsetzen und mit dem Beginn der Blutung oft schlagartig aufhören. Es gibt unterschiedliche Schweregrade und jeder Zyklus kann wieder anders sein. Oft werden die Frauen mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen, als Hypochonderinnen betrachtet oder fallen ins altbekannte Klischee, sie seien als Frauen per se krank oder eben schwach. Auch dass Frauen einem eigenen monatlichen Rhythmus unterliegen, wird nicht gesehen bzw. nicht wertgeschätzt.

Krämpfe
Menstruationskrämpfe (Dysmenorrhea) kommen von den Symptomen am häufigsten vor. Sie können mild, mäßig oder stark und in den aufeinander folgenden Zyklen unterschiedlich ausgeprägt sein. Den Schmerz spürt man gewöhnlich in der Mittellinie. Die Krämpfe sind pulsierend schwächer und stärker, aber ein konstant stumpf anhaltender Schmerz ist auch üblich. Der Schmerz kann in die hinteren oder oberen vorderen Schenkel ausstrahlen.
Die Krämpfe beginnen typisch ein oder zwei Tage vor der Menstruation und sind gewöhnlich vorbei, bevor die Periode beendet ist, obwohl es beträchtliche individuelle Veränderungen gibt.
Einfache Krämpfe kann man gut mit nicht-
Regelmäßige Gymnastik verringert die Frequenz und die Ausprägung der Menstruationskrämpfe, wahrscheinlich durch die Ausschüttung von Beta-
Schwerere Menstruationskrämpfe können meistens sehr gut mit der Pille behandelt werden. Wahrscheinlich durch das Hemmen des Eisprungs und durch die Reduktion der Menge und der Länge der Periode. Für Frauen, die extreme Periodenkrämpfe haben, ist es ratsam den Frauenarzt nach Endometriose gucken zu lassen.

Brustschmerzen
Bei einigen Frauen melden sich die Brustschmerzen (Mastodynia oder zyklisches Mastalgia) in der zweiten Zyklushälfte: die Brüste vergössern sich, enhalten Knoten, sind empfindlich und schmerzen. Die Brustwarzen können auch äußerst empfindlich werden.
Schmerzen in der Brust sind ein schwieriges Kapitel aus zweierlei Sicht: Zum einen für die Frau, weil sie die Schmerzen in der Brust beeinträchtigen und ängstigen, und zum anderen für den Arzt, weil er meist keine handfeste Ursache findet und sich eine plausible Erklärung immer etwas aus den Fingern saugen muss. Und doch kann der Arzt der Patientin fast immer helfen: Nicht, indem er die Schmerzen beseitigt, sondern, indem er der Frau die Angst nimmt, Schmerzen könnten ein Zeichen für etwas Bösartiges sein. Schmerzen in der Brust sind nichts Besonderes. Fast alle Frauen haben zyklisch Beschwerden in den Brüsten. In der zweiten Hälfte des Zyklus spannen die Brüste, können berührungsempfindlich sein und können mitunter so schmerzhaft sein, dass "niemand rankommen darf". Bisweilen ziehen die Schmerzen bis auf die Innenseite des Oberarms. Diese Schmerzen bessern sich in der Regel mit dem Eintritt der Periode oder verschwinden völlig. Deratige Beschwerden sind sicher harmlos und lassen sich relativ einfach erklären: Die Brust steht, als sekundäres Geschlechtsorgan, unter dem Einfluss der körpereigenen Hormone, vor allem der Östrogene. Unter deren Einfluss wird Flüssigeit in das Brustgewebe eingelagert, die Brüste nehmen an Gewicht und Größe zu, das kann man sogar messen. Diese Volumenzunahme verursacht Dehnungsschmerz. Vor Eintritt der Periode sinkt der Östrogenspiegel stark ab, die Brust verliert wieder Flüssigkeit und Volumen und die Beschwerden gehen zurück. Schmerzen sind nicht immer beidseits und symetrisch und können auch nur in Teilen der Brüste auftreten. Auch wenn die Schmerzen nicht eindeutig dem Zyklus zeitlich zuzuordnen sind, spielen die eigenen Hormone wahrscheinlich die entscheidende Rolle. Die körpereigene Östrogenproduktion unterliegt vielen Einflüssen, so auch psychische Beeinträchtigungen wie Stress.
Brustschmerzen können gut mit der Pille behandelt werden.
Das Medikament Danazol (800 mg/Tag) ist ebenfalls effektiv, die Produktion wurde allerdings in Deutschland eingestellt und es hat auch viele Nebenwirkungen, wie unerwünschtes Haarwachstum, tiefer werdende Stimme, Gewichtszunahme, ausbleibender Eisprung etc.

Akne
Akne wird von einer Kombination von erblichen, genetischen Faktoren und von der Anregung der Häutdrüsen durch männlichen Hormonen verursacht. (Sowohl Männer als auch Frauen produzieren sowohl männlichen als weiblichen Hormone.
In der zweiten Zyklushälfte und besonders wenn die Menstruation nähert, fällt die Produktion vom Östrogen (weibliches Hormon) schlagartig ab, während die geringe Menge der männlichen Hormone mehr oder weniger konstant bleibt. Dies führt zu einer relativen Zunahme der männlichen Hormonmenge, was bei einer anfälligen Frau zu vermehrter Akne vor der Menstruation führt.
Natürlich ist die Pille hier wieder ein erfolgreiches Mittel, um Akne vorzubeugen, hauptsächlich wegen der Unterdrückung der Eierstockfunktion: Die Eierstöcke stellen ein Drittel der männlichen Hormonen in der Frau her. Ist diese Produktion gehemmt, reicht es meistens für die Verbesserung der Akne aus.

Kopfschmerzen
Kopfschmerzen können den Menstruationszyklus begleiten und können in verschiedenen Variationen auftreten.
Migräne und Kopfschmerzen treten meistens vorübergehend während des Zyklus auf. Sie finden gewöhnlich nur vor dem Anfang der Menstruation oder am ersten Tag statt. Sie werden, in anfälligen Personen, durch die plötzliche Ausschüttung von Hormonen in der prämenstruellen Phase ausgelöst. Erfolg in der Behandlung kann wieder mal die Pille bringen.
Schmerzen im Gesichtsbereich können während der Tage vor der Periode auf Grund der Änderungen in der Hormonenmenge und ihrer Auswirkung auf Sinus mucosa und wegen Wasseransammlungen ausgeprägter sein. Diese Schmerzen haben ihren Mittelpunkt um die Nase herum, wo es auf direkten oder indirekten (mit dem Kopf nach vorne beugen) Druck empfindlich werden kann. Hier können analgetische, Abschwellung bewirkende Mittel, Antihistaminika, Antibiotika linderung bringen.
Kopfschmerzen wegen Spannungen oder Stress können sich auch verschlechtern oder auch verbessern, abhängig vom Menstruationszyklus. In diesen Fällen können Hormonveränderungen oder Wassereinlagerungen eine Rolle in der Entwicklung spielen.

Blähungen
Progesteron beeinflusst die Kontraktion der glatten Muskulatur. Größtenteils verlangsammen sich aus diesem Grund die Darmbewegungen in der zweiten Hälfte des Zyklus.
Während die meisten Frauen die Änderung nicht bemerken, haben andere Darmträgheit, Verstopfung, vermehrte Gasproduktion und Völlegefühl. Es ist zwar nicht gefährlich, kann aber störend und unangenehm sein.
Neben der Pille kann Diät und vermehrter Flüssigkeitzufuhr auch hilfreich sein. In schwierigen Fällen können sich Abführmittel als notwendig erweisen.

Depression
Es ist nicht bekannt, warum einige Frauen vor ihrer Blutung diese Stimmungsänderungen erleben. Für die meisten Frauen sind diese Symptome sehr mild oder völlig unbekannt, während andere mäßige oder schwere Symptome zeigen. Die Symptome können um den Eisprung herum beginnen und bis zur Periode anhalten. Für andere sind die Stimmungsänderungen auf 1-
Ungefähr 80% von Frauen mit mäßigen bis schweren prämenstruellen Depressionen bringt die Pille eine anhaltende Erleichterung, da das Hemmen des Eisprungs das Schlüsselelement bei der Entstehung zu sein scheint.
Antidepressiva wie Fluoxetin (Prozac) sind auch in ungefähr 80% der Fälle effektiv.
Als Ursachen werden und wurden diskutiert:
Östrogenüberschuss bzw. Progesteronmangel
Prostaglandinmangel/-
Prolaktinüberschuss
Beta-
Zu wenige Neurotransmitter (Serotonin, Dopamin, Noradrenalin)
Zuviel Stress-
Allergie gegenüber den eigenen Hormonen
Magnesiummangel
Vitaminmangel (vor allem B 6)
Unterzuckerung des Blutes (Hypoglykämie)
Gemütsleiden, endogene Depression, Psychose
Dauerstress, vor der Menstruation steigen die Stressreize und führen zum Ausbruch und Kontrollverlust
Über die Jahrzehnte (PMS wurde 1931 erstmalig in der Fachliteratur beschrieben) kam diese umfangreiche Liste zusammen, geholfen hat sie bislang wenig. Noch immer muss jede selbst herausfinden, wie sie die ihr eigenen Beschwerden lindern kann.

Das klassische naturheilkundliche Mittel bei PMS
ist der Mönchspfeffer. Er unterstützt das Progesteron, das vor allem in der 2. Zyklushälfte wichtig wird. Als Tee ist er nicht so wirksam, bevorzugt wird er in Form von Tropfen oder Tabletten verabreicht (z.B. Agnus Castus von Stada oder AL, erhaltlich ohne Rezept in Apotheken, täglich 1 Tablette oder 40 Tropfen). Mönchspfeffer muss mindestens 3-
Er hilft bei: Spannungsgefühl und Schmerzen in den Brüsten, Ödemen (Wasseransammlungen), innerer Anspannung, Reizbarkeit, Wut, Kopfschmerzen, Verstopfung, depressiven Schwankungen und Verstimmungen, auch bei diversen Menstruationsbeschwerden
Kombinationspräparate haben sich ebenfalls bewährt:
Femisana Mixtur
Mastodynon (Agnus Castus und homöopathische Tinkturen aus Caulophyllum, Thalictrides, Cyclama, Ignatia, Iris, Lilium tigrium): 2x30 Tr./Tag
Um den Progesteronspiegel zu erhöhen, kann auch natürliches Progesteron nebenwirkungsfrei als Progestogel (verschreibungspflichtig) zugeführt werden. Ab dem Eisprung wird es 10-
Progesteronmangel kann auch durch Stress entstehen: Cortisol (Stresshormon) wird von den Nebennieren gebildet und ist u.a. für Wut und Reizbarkeit verantwortlich. Cortisol besetzt dieselben Rezeptoren wie Progesteron, d.h. obwohl genügend Progesteron gebildet wird, kann es nicht wirksam werden. Stress stimuliert die Hirnanhangsdrüse, Prolaktin freizusetzen. Dies führt zu vermehrtem Brustgewebsaufbau, einer Senkung des Progesteronwertes und in Folge zur Freisetzung von noch mehr Prolaktin. Hilfreich ist hier natürlich Stressabbau, Bewegung und Entspannung (s.u.)
Chlormadinon: Chlormadinon ist ein weibliches Sexualhormon aus der Gruppe der Gestagene. Es wird bei Hormonstörungen und Störungen des Monatszyklus eingesetzt.
Vitamin B 6:
Magnesium:
Magnesium ist zusammen mit Vitamin B 6 wichtig für die Gammalinolensäuren (GLS)-
Kalzium:
Zink: wichtig für die Gehirnfunktionen und die Schmerzempfindlichkeit, in Fleisch, Weizenkeimen, Bierhefe, Eiern, Mandeln, Kürbiskernen.
Ernährung: Essen Sie regelmäßig: mehrmals am Tag kleine, kohlenhydratreiche (Zwischen-
Nachtkerzen-
Trinken Sie viel, mindestens 1,5 Liter am Tag: Wasser und Kräutertee (Kamille, Melisse, Hopfen, Baldrian in beliebigen Mischungen)
Johanniskraut
Sitzbäder
Regelmäßige leichte Gymnastik: strecken, dehnen, entspannen, Ausdauersportarten (Radfahren, Schwimmen, Walken), Sauna, Autogenes Training, Meditation, Tanzen, Medizinisches QiGong, Muskelentspannung nach Jacobson, (Luna-
Empfehlenswert: Shiatsu, Fußreflexzonenmassage, Akupunktur, Akupressur, Massagen, Behandlungen mit traditioneller chinesischer Medizin oder klassischer Homöopathie
Farbtherapie: Wählen Sie blau zur Beruhigung (Kleidung, Bettwäsche)
Wärmflasche gegen Verkrampfungen und zum Wohlfühlen
Licht, Luft und viel Sonne
Ruhig auch mal den „sekundären Krankheitsgewinn“ betrachten: Ist PMS für mich ein Frei-
Ausreichend und regelmäßiger Schlaf, ab und an ein Nickerchen
Notieren Sie in einem Tagebuch Stimmungen, Erlebnisse, Erfahrungen und die Wirkungen Ihrer Experimente.