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Die Temperaturkurve



Verschiedene Temperaturmuster mit Erklärungen


(Quelle: Taking Charge of Your Fertility - Toni Weschler)


Gesamtverlauf der Temperatur



Keine Hochlage
(Beispielkurven)

Dieser ist ein anovulatorischer Zyklus ohne ES und Hochlage, weil kein Progesteron freigesetzt wird, das dafür benötigt wäre.
Es gibt aber auch wenige Frauen, die auf den Progesteronanstieg nicht mit Temperaturanstieg reagieren, die aber trotzdem einen ES haben! In diesem Fall kann man nur durch Ultraschall zeigen, dass der ES stattgefunden hat. Oder man kann aus einem Bluttest die Progesteronmenge nachweisen.
Gründe können Stress, Krankheit sein. Wenn es öfters vorkommt, dass man einen anovulatorischen Zyklus hat, kann sie evtl. medizinisches Problem haben, wie PCOS oder sie kommt in die Wechseljahre.



Zwei Beispiele dafür, dass man mit einer Kurve, die anovulatorisch (ohne ES) aussieht, schwanger werden kann, weil man doch einen ES hatte
ES am 33. ZT mit Ovulationsblutung, spinnbarem ZS (plus Farnkrautstruktur).
ES am 43. ZT unmittelbar nach einer Phase mit spinnbarem ZS. Die ganzen LH-Tests waren negativ.



Unklare Hochlage


Nicht jede Hochlage fängt gut erkennbar an. Es kann vorkommen, dass die Tempi jeden Tag nur 1/10 Grad steigt.



Zackige Kurve


Gründe und Lösungen:

  • Die Batterie im Thermometer geht leer.

  • Für manche Frauen sind digitale Thermometer nicht geeignet. Wechseln zum analogen Thermometer.

  • 5 Minuten lang messen, nicht nur bis zum Piepton.

  • Vaginale Messung ist genauer als orale Messung.

  • Einflüsse ausschliessen, wie Fieber, Alkohol, oder weniger als 3 Stunden Schlaf.

  • Immer die gleiche Zeit messen.





Hohe Temperatur während der Menstruation


Es kommt oft vor, dass die Temperatur während der Periode noch wenige Tage lang in der Hochlage bleibt. Der Grund dafür ist das gebliebene Progesteron vom letzten Zyklus oder fluktuierende Hormone während der Periode.





Einfluß der Schilddrüsenfunktion auf die Temperatur
(Beispielkurven)

Sehr hohe Basaltemperaturen könnten auf Schilddrüsenüberfunktion hinweisen (CL über 36,8 Grad).
Andere Symptome:
Herzrasen, Nervosität, Zittern, Angstzustände, Stimmungsschwankungen, „Heulanfälle“, unerklärliche Gewichtsabnahme, oft Hungergefühl, Rastlosigkeit, wenig Erholungseffekt durch Schlaf, Durchschlafprobleme, Zyklusprobleme (PMS, Zysten, verlängerter Zyklus oder ausbleibender Eisprung bei hohem Östrogenspiegel, leichte Perioden), Schwitzen, ständiges Hitzegefühl, Durchfall, Muskelzuckungen im ganzen Körper....aber auch starke Libido!




Niedrige Basaltemperaturen könnten auf Schilddrüsenunterfunktion hinweisen (CL unter 36,2 Grad).
Andere Symptome:
Unerklärliche Gewichtszunahme, Trägheit, Verlangsamung (geistig und körperlich) und Müdigkeit trotz viel Schlaf, Gedächtnisprobleme, Depressionen, Gleichgültigkeit, aber manchmal auch stärkere Stimmungsschwankungen, Ängstlichkeit bis hin zu Panikattacken / Phobien (wie bei Überfunktion), Zyklusprobleme (Gelbkörperschwäche, PCO, PMS, zu kurzer oder zu langer Zyklus, Schmierblutungen, Ausbleiben des Eisprungs, Endometriose, Zystenbildung, hoher Prolaktinspiegel, starke Perioden), Östrogenmangel, vorzeitige Wechseljahre, Wassereinlagerungen, das Gefühl, aufgedunsen zu sein, ständiges Frieren, trockene Haut, Haarausfall, brüchige Nägel, Verstopfung, hoher Cholesterinspiegel trotz cholesterinbewusster Ernährung, Herzrasen, hochroter Kopf bei körperlicher Anstrengung, schwache Libido.



Beispielkurven



Tempi während des ES und der Hochlage




Die Tempi fällt vor dem ES


Es wird vermutet, dass der ES an dem Tag stattfindet, wo die Temperatur vor der Hochlage fällt.. das ist nur zum Teil der Fall! Dies passiert, weil sehr viel Östrogen ausgeschüttet wird, was die Tempi fallen lässt. Auf jeden Fall ein fruchtbarer Tag!





Treppenförmiger Tempianstieg


Ein häufig vorkommendes Muster, wenn die Temperatur treppenförmig steigt. Es kann evtl. auf eine Lutealphaseninsuffizienz hinweisen, wenn gleichzeitig die Hochlage kürzer als 10 Tage beträgt und das Serum-Progesteron erniedrigt ist (< 10 ng/ml).




Langsamer Tempianstieg


Bei einigen Frauen steigt die Temperatur jeden Tag nur 1/10 Grad. Man kann sicher sein, dass der ES stattgefunden hat, wenn die Temperatur mindestens 4 Tage lang über der CL bleibt. Der ES war wahrscheinlich einen oder mehrere Tage vorher.





Fallende Tempi am 2.Tag nach dem Anstieg


Am 2. Tag nach dem Anstieg kann es zu einem Tempiabfall kommen. Diesem folgt ein anhaltender Anstieg bis zur Periode. Der ES war am letzten Tag mit dem besten ZS oder am Tag danach.



Mit so einer Kurve kann man auch schwanger werden. ES+2 fällt die Tempi wieder unter die CL.



Fallende Tempi eine Woche nach dem ES

In der 2.ZH kommt es noch einmal zur Östrogenproduktion, was die Temperatur wieder fallen lässt, sogar bis unter die CL. 1-2 Tage lang hat man auch cremigen ZS. Dies passiert etwa eine Woche nach dem ES. Dieses Phänomen fällt zwar auf die Einnistungszeit, es hat damit jedoch rein gar nichts zu tun. So kann man leider über eine mögliche Einnistung nichts aussagen.

Da euch dieses Phänomen immer sehr interessiert, habe ich eine Recherche gemacht: ich habe 100 vollständig geführte Schwangerenkurven und 100 Zykluskurven, die mit der Mens beendet wurden, angeguckt. Ich habe darauf geachtet, ob die Temperatur in der 2.Zyklushälfte irgendwann 4 - 10 Tage nach dem Eisprung gefallen ist und ob diese Frauen in dieser Zeit evtl. auch vermehrten Ausfluss aufgezeichnet haben. Einen signifikanten Unterschied habe ich nicht gefunden. Die Auswertung in Zahlen
findest du hier.



Fallende Tempi vor der Mens


In den meisten Fällen fällt die Temperatur unter die CL am Tag der Periode. Es kann aber auch vorkommen, dass die Tempi schon ein Tag vorher fällt. Trotzdem zählt dieser Tag auch noch zur Hochlage, wenn man deren Länge bestimmen möchte.



Ein Beispiel dafür, dass es vorkommen kann, dass die Tempi vor NMT fällt (hier ES+13) und man trotzdem schwanger ist. Das ist jedoch nicht der Regelfall.



Zu kurze 2. Zyklushälfte
(Beispielkurven)

Die 2. Zyklushälfte ist bei der Frau etwa konstant (12-16 Tage), im Gegensatz zu der 1.ZH, die in der Länger variieren kann.
Wenn die 2.ZH weniger als 10 Tage hat, kann es zwei Gründe haben:

  • Man hat eine zu kurze 2.ZH, was auf Gelbkörperschwäche hinweisen kann (obere Kurve). Dies erschwert das Schwangerwerden oder macht sogar eine Schwangerschaft unmöglich.

  • Oder der Körper braucht ein paar Tage mehr, auf den Progesteronanstieg mit Temperaturanstieg zu reagieren (untere Kurve). In diesem Fall liegt keine Gelbkörperschwäche vor.












Um zu entscheiden, welche Variation auftritt, muss der Tag des ES bestimmt werden. Dies geschieht am Tag mit dem besten ZS oder am Tag danach. Im zweiten Fall zählen die Tage auch zur Hochlage (bzw. zur 2.ZH), die nach dem ES noch unter der CL sind! Die Temperatur hat Zeit, bis zu 5 Tage nach dem ES hochzugehen.




Zwei Beispiele dafür, dass die Temperatur nach dem ES mehrere Tage gebraucht hat, um hochzugehen und man auch mit so einer Kurve schwanger werden kann. Ich möchte euch darauf aufmerksam machen, dass beide Kurven eine treppenförmige Temperaturanstieg zeigen. Ebenfalls könnte man die Kurven unter die Kategorie "Hochlage knapp über der CL" einordnen (eventuell könnte da ein Zusammenhang bestehen, vor allem weil alle drei Formen etwas mit Progesteron zu tun haben).




Hochlage knapp über der CL

Wenn die Hochlage knapp über der CL verläuft, weist dies auf eine mögliche niedrige postovulatorische Progesteronmenge hin. Allerdings ist nicht die Höhe, sondern die Länge der Hochlage ausschlaggebend.




Schwanger oder nicht schwanger?


18 oder mehr Tage in der Hochlage


Wenn die Temperatur mehr als 18 Tage lang in der Hochlage bleibt, weist dies auf eine Schwangerschaft hin. Der Gelbkörper geht nicht zugrunde und produziert weiterhin Progesteron, was die Tempi oben hält.
Die 2.ZH ist bei jeder Frau konstant. Wenn man in der Hochlage meistens 13 Zyklustage hat und die Tempi 16 Tage lang in der Hochlage geblieben ist, besteht schon eine grosse Chance auf eine Schwangerschaft. Wenn die Hochlage aber meistens aus 16 Tagen besteht, sollte man 19 Tage abwarten.


Vorsicht aber:

Eine Zyste kann die Tempi auch oben halten (ohne Schwangerschaft) oder während man Progesteron (wie Utrogest) einnimmt, bleibt die Tempi auch oben und die Mens bleibt aus (deswegen sollte man Utrogest erst nach einem positiven SST absetzten, wenn überhaupt). Bryophyllum kann die 2.ZH auch verlängern, ohne dass eine Schwangerschaft eingetreten wäre.



Ein Beispiel dafür, dass eine Gelbkörperzyste die Tempi ohne Schwangerschaft sogar im nächsten Zyklus noch oben halten kann. Die Zyste ist hier am 43.ZT geplatzt. Bei der Untersuchung wurde noch ein Gelbkörper gesehen, der wahrscheinlich vom ES um den 35.ZT zurückgeblieben ist.



Triphasische Kurve
(Beispielkurven: schwanger) (Beispielkurven: NICHT schwanger)

Eine triphasische Kurve mit drei verschiedenen Temperaturniveaus weist meistens auf eine Schwangerschaft hin. Die Temperatur steigt in der Hochlage noch einmal nach der Einnistung, weil der Gelbkörper zusätzliches Progesteron freisetzt, was die Temperatur nochmal steigen lässt. Hier muss man beachten, dass man erst bei nachgewiesener Schwangerschaft nachträglich sehen kann, ob die Kurve triphasisch ist - so bestimmt kann man sagen, dass die meisten SS-Kurven triphasisch sind. Viele Menskurven weisen allerdings ebenfalls eine dritte Temperaturebene auf!





Zwei Beispiele dafür, dass eine triphasische Kurve nicht immer eine Schwangerschaft bedeutet.



Fallende Tempi nach positivem SST
(Beispielkurven)

Nachdem die Tempi 18 Tage lang in der Hochlage war und der SST positiv anzeigt, liegt eine Schwangerschaft vor. Wenn die Tempi nachher stark abfallen würde, bis unter die CL, könnte es ein Hinweis auf eine mögliche Fehlgeburt sein, vor allem, wenn den Abfall Schmierblutung begleitet. Bitte sofort den FA aufsuchen!




Ein Beispiel dafür, dass eine nach 18 Tagen unter die CL fallende Tempi, begleitet mit SB, nicht automatisch einen Abort bedeutet. Diese Frau hat ein gesundes Töchterchen geboren (es ist jedoch nicht der Regelfall).



 
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